Frank Schätzing – ein Visionär?

Frank Schätzing ist ein in Köln geborener Schriftsteller, der seit den frühen Neunzigern unterschiedlichste Romane veröffentlicht und riesige Erfolge eingefahren hat. So begann er mit Kriminalromanen und tastete sich immer weiter in ein wissenschaftsfantastisches Feld vor, in dem er auch politische Fragen behandelt. Sein Gesamtwerk ist jüngerer Kritik zum Trotz enorm wichtig für den deutschen Buchmarkt und für Fragen der aufkommenden technischen Möglichkeiten. Schätzing ist somit ein Science-Fiction-Autor im besten Sinne, ob er aber auch ein Visionär ist, versuchen wir hier zu beantworten.

Krimis im Mittelalter und im Golfkrieg

Tod und Teufel (1995) war das erste von Schätzing publizierte Buch. Der Kriminalroman spielt im mittelalterlichen Köln des Jahres 1260 und ist so ganz anders als die späteren Werke Schätzings. Es folgten Krimis mit politischem Hintergrund. Die Bücher erfuhren alle ein ordentliches Feedback und wurden teilweise sogar verfilmt.

Der Schwarm

Den richtig großen Hit landete Schätzing allerdings mit Der Schwarm im Jahre 2004. Einige Wissenschaftler beobachten hier unerklärliche Naturkatastrophen wie Tsunamis, die scheinbar aus dem Nichts kommen. Durch die intensive Recherche einer Vielzahl wunderbar ausgearbeiteter Charaktere kommt heraus, dass eine eigenartige Lebensform in den Tiefen des Ozeans für die Vorkommnisse verantwortlich ist. Diese Yrr, wie der Protagonist Sigur Johanson die Wesen nennt, haben eine hochvariable DNA und können quasi unendlich lange leben – es sei denn, jemand verändert ihren Lebensraum. Und da menschliche Expeditionen in die Arktis und die Tiefsee die Yrr bedrohen, entschließen diese sich kurzerhand für einen massiven Gegenschlag. Die hochkomplexe Schwarmintelligenz ist für die Menschen nicht zu entschlüsseln, und es geht nun darum, mit allen möglichen Mitteln eine Art Friedensabkommen mit den Yrr auszuhandeln.

Der Schwarm wirft drängende Fragen auf. Kann eine internationale Gemeinschaft im Angesicht natürlicher und tierischer Bedrohungen effektiv zusammenhalten? Rächt sich der massive Eingriff in die Umwelt des Menschen vielleicht sogar kurzfristig?

Schätzing ist durchaus ein umstrittener Autor, jedoch sind die Fragen und Antworten seines Buchs Der Schwarm hochaktuell und wichtig, weshalb er durchaus den Titel eines Visionärs verdient!

Hardcore – ein Berliner Scifi-Roman

Bei Science-Fiction-Literatur denken viele Leser direkt an Klassiker wie Stanislav Lem und sein Meisterwerk Solaris, oder gar an die Fanfiction großer Franchises wie Star Wars und Star Trek. Doch es gibt auch eine besondere Untergrundliteratur im Scifi-Bereich. Hier sind die Themen nahezu unendlich breit gestreut: Von Fanfiction zu Wissenschaftsfantastik, sozialkritischer Dystopie bis hin zum Weltallhorror ist alles dabei. Hardcore ist ein interessantes Werk der deutschen Untergrundliteratur, ein düsteres Actionbuch, angesiedelt im kollabierenden Deutschland einer fernen Zukunft.

D-Mark im Weltall

In einer düsteren Version Deutschlands treffen Armut und perverser Reichtum, gnadenlose Gewalt und Liebe, Chancenlosigkeit sowie eine grenzenlose Freiheit aufeinander.

Mit der Besiedelung des Alls haben sich alle Nationen der Erde aufgeteilt und Staatengründungen auf verschiedensten Planeten vorgenommen. Deutschland ist ein Staat mit zwölf Milliarden unterschiedlichsten Einwohnern, die sich auf drei stählernen Ebenen verteilen, die um den Planeten geschichtet wurden. Die unterste gilt offiziell der Landwirtschaft, beherbergt aber eine brodelnde Schicht von Unzufriedenen, denen der Aufstieg auf ewig verwehrt bleibt. Die oberste Ebene ist ein Meer von Energieanlagen, dient aber auch als Zufluchtsort für die Reichsten des Planeten. Auf der mittleren Ebene leben die drei jungen Drogendealer Luke, Ash und Domingo. Als Ash ein System zur Produktion der chemischen Glücksbringer entwickelt, wird die Polizei auf die drei aufmerksam. Sie müssen flüchten. In einem Strudel aus Gewalt gefangen, gelingt es ihnen, bei einer politischen Untergrundorganisation einen Deal auszuhecken: Ein unliebsamer Politiker muss erschossen werden. Schaffen es die drei, bekommen sie neue Identitäten und einen Zugang zur obersten Ebene.

Deutschland heute, Deutschland morgen

Hardcore ist ein brutaler Roman, Richardt Arwin lässt seine Protagonisten einen Spießrutenlauf durch Schießereien, Drogenexzesse und hoffnungslose Romanzen waten. Dabei geht es um ein Deutschland, dessen Bewohner zutiefst gespalten sind, sich bis aufs Blut bekriegen und ihre persönlichen Ängste in einem Schwall politischen Hasses entladen.

Auch wenn das Indiebuch Ecken und Kanten hat, ist es hochaktuell. Es stellt eine interessante Lektüre für Fans von Action oder Scifi dar!

Herzlich willkommen!

Wir begrüßen Sie auf der Internetpräsenz der Perry-Rhodan-Doku! Perry Rhodan ist der Name einer seit 1961 ununterbrochen geführten Science-Fiction-Serie aus Deutschland, die vorrangig in Heftform erscheint. Uns geht es auf dieser Seite, in Anlehnung an dieses Epos, um moderne, gesellschaftlich und künstlerisch relevante Science-Fiction.

Science-Fiction für Unterhaltung und Debatte

Science-Fiction kann an vielen Orten stattfinden. Perry Rhodan verbindet man schnell mit Raumfahrten, die zu fremden Planeten führen und Fragen aufwerfen, mit denen die Menschen dort erstmalig konfrontiert werden: Die Kommunikation mit extraterrestrischen Wesen, das Zurechtfinden in einer einsamen, lebensfeindlichen Natur und die Isolation in einer Gruppe gleichgesinnter, aber doch unterschiedlicher Kumpanen.

In unseren Köpfen finden sich jedoch auch unbekannte Welten, wie Christopher Nolans Film Inception im Jahr 2010 eindrucksvoll zur Schau zu stellen vermochte. Der unbekannte Teil unserer Erde, der Ozean, wird ebenfalls als Kulisse für unterschiedlicher Science-Fiction-Werke wie Der Schwarm (2004) von Frank Schätzing genutzt. Auch die exotische Idee einer Reise zum Mittelpunkt der Erde (1864) von Jules Verne gilt als Science-Fiction, denn hier wird technisch Unmögliches illustriert, was nichts anderes als Wissenschaftsfantastik darstellt.

Science-Fiction muss realitätsbezogen bleiben!

Wichtig für die moderne Science-Fiction ist jedoch immer die gesellschaftliche, wenn nicht psychologische Komponente. Ein Film wie 2012 von Roland Emmerich, der irgendwo zwischen Katastrophen- und Scifi-Streifen dümpelte, konnte deshalb nicht funktionieren, weil er nur mit Tricktechnik arbeitete. Die Figuren und ihre inneren Antriebe waren völlig belanglos! Man musste einer Gruppe von marionettenhaft agierenden Statisten dabei zusehen, wie sie sich durch ein Meer von Umweltkatastrophen arbeitete.

Die richtige Science-Fiction funktioniert, wenn man Menschen mit ihren existenziellen oder zumindest persönlichen Themen auf eine unheimliche Situation loslässt. So stellt Solaris hier immer noch einen Klassiker dar: Ein gebrochener Mann scheitert an seiner Unfähigkeit zu kommunizieren. Unterschwellig wird das Drama um den Konflikt zwischen Menschen und Außerirdischen von einem persönlichen Drama getragen, und das klappt hervorragend.

Auf dieser Seite sollen namhafte Künstler und Werke der modernen Science-Fiction besprochen werden. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen!