Marc-Uwe Kling ist vor allem wegen seiner Känguru-Chroniken bekannt. Die Känguru-Chroniken: Ansichten eines vorlauten Beuteltiers erschienen beim Ullstein Verlag als sechsteiliges Epos, also einer Gesamtausgabe leicht zu lesender, erheiternder Texte über ein Känguru und seinen unfreiwilligen Mitbewohner, dem Ich-Erzähler. Das Känguru stellt unbequeme Fragen, bringt den Ich-Erzähler in eine Reihe mehr oder weniger unangenehmer Situationen, beweist sich ihm aber immer wieder als besonders guter Freund. Kling bewährte sich als Komödiant, versuchte aber immer, seinen Chroniken einen satirischen, wenn nicht gesellschaftskritischen Anstrich zu geben, denn die beiden treffen auf unterschiedlichste Deutsche, die in ihren Eigenarten überspitzt dargestellt werden.

QualityLand wiederum ist sein neustes Werk, direkt als in sich geschlossener Roman konzipiert, und trägt eine klare gesellschaftskritische Botschaft mit sich. Lohnt sich der neue Streich Klings?

Eine Dystopie zum Lachen

Im Quality Land ist alles O. K., so lautet jedenfalls die Antwort auf jede erdenkliche Frage. Alle Menschen sind im Dauerkontakt mit Maschinen, Robotern und Algorithmen, die zentral gesteuert werden. Alles funktioniert über die künstliche Intelligenz, die den Menschen ihre Identität vorhält, ihnen ihre Jobs, Liebschaften, Freunde, sogar Restaurants, Kneipen und die dortige Bestellung auswählt. Peter, Maschinenverschrotter und unkritischer Mitläufer des Systems, erfährt ein besonderes auslösendes Ereignis, das die Handlung ins Rollen bringt: Der Burger aus recyceltem Fleisch, der ihm kurz zuvor ausgewählt wurde, schmeckt nicht. Es steckt keine Freude hinter der maschinell dirigierten Auswahl. Und plötzlich beginnt Peter, die Welt in Frage zu stellen. So bemerkt er Roboter mit posttraumatischen Belastungsstörungen, Drohnen mit Flugangst und auf der anderen Seite Menschen, die immer mehr Maschinen ähneln. Ob es ihm gelingt, aus dieser paradoxen Welt auszubrechen, und einfach wieder Mensch zu sein?

QualityLand ist sicherlich eine Hommage an große Werke wie Huxleys Schöne neue Welt, doch will und kann Kling hier nicht das Wasser reichen. Leider verrennt sich der Autor allzu oft in kommunistisch anmutender Sozialromantik, die ob des komplexen Themas zu plump ist.

Trotzdem gelingt es dem Autor, eine unterhaltsame Parodie auf die moderne Technik zu setzen!